Heute möchte ich ersteinmal das Land, über das wir in Zukunft öfters berichten wollen, vorstellen. Costa Rica ist ein kleines zentralamerikanisches Land, im Norden grenzt es an Nicaragua, im Süden an Panama. Es gibt sowohl eine Küste zum Pazifik als auch zum Atlantik. Die Fläche des Landes entspricht inetwa der Größe Niedersachsens, der höchste Berg ist der Vulkan Cerro Chirripó mit 3.819 Metern. Es gibt 9 größere Vulkane, etwa 1.200 Km Küste.
Durch die geographischen und klimatischen Bedinungen ist Costa Rica sehr interessant für Orchideenfreunde. Es gibt viele Arten von Regenwald, Graslandschaften, Gebirge und Hochgebirge.
Die Pflanzen sind auch hier bedroht, die meisten Arten benötigen alte Bäume als Lebensraum, die Primärwälder gehen aber auch hier zurück. Nun gibt es zum Glück sehr viele ausgewiesene Schutzgebiete und Nationalparks. Sie nehmen etwa 20 % der Landesfläche ein. In einem dieser Parks, dem Manuel Antonio National Park wurden Untersuchungen über die Verteilung der Orchideen in den einzelnen Lebensräumen erstellt (Orchids of Manuel Antonio National Park / Franco Pupulin, San José, C.R.: MesoAmerican Press, 1998, 75 p.). In dem 683 ha. großen Nationalpark kommen 39 Arten aus 25 Gattungen vor. In den Sekundärwäldern siedlen 20 Arten überhauptnicht an, nur sechs Arten finden sich ausschliesslich in diesem Lebensraum (als Pionierpflanzen). Daraus wird ersichtlich, das ein Verlust des alten Primärwaldes zu einem Aussterben vieler Arten
führen würde.
Nun ein wenig Statistik zu den Pflanzen hier in Costa Rica und in Lateinamerika generell:
Gemäß der letzten fundierten Veröffentlichung die mir vorliegt (Brenesia, Revista de Ciencias Naturales, Numero 37, Marzo 1992, Dora E. Mora-Retana, Joaquín B. García, Museo Nacional de Costa Rica Departamento de Historia Natural, ISSN 0304-3711) beheimatet Costa Rica 1.416 Orchideenarten aus 179 Gattungen. Dies ist im Vergleich zur zu den letzten vorhergehenden generellen Veröffentlichungen von Oakes Ames (1937) und O. Williams (1956) ein Anstieg von rund 50 % (dort veröffentlicht 959 Arten aus 133 Gattungen). Im aktuellen Rundschreiben Februar 2001 der Asociacion Costarricense de Orquideologia (ACO, www.ticorquideas.com) wurde in einem Beitrag zu einem Symposium auf Cuba zur Situation der Orchideen auf Cuba von einer Anzahl von 1.480 Arten in Costa Rica ausgegangen. Robert L. Dressler geht in (Field guide to the orchids of Costa Rica and Panama / Robert L. Dressler, New York, USA: Cornell University Press, 1993, 374 p., ISBN 0-8014-8139-2) von rund 1.200 Arten aus, mit dem Hinweis auf recht unzureichend erforschten Gebiete und der Vermutung, das wohl noch einige Arten nicht entdeckt sind.
Von den sechs Subfamilien der Familie Orchidaceae kommen Pflanzen aus den folgenden vier Subfamilien vor: Cypripedioideae, Spiranthoideae, Orchidoideae und Epidendroideae, die Pflanzen aus den ersten drei Subfamilien repräsentieren nur rund 9 % aller Arten, sie wachsen überwiegend terrestrisch. Epidendroideae stellt die verbleibenden 91 %, sie wachsen überwiegend epiphytisch (etwa 80 % der Arten aus der Subfamilie, etwa 16 % wachsen terrestrisch oder überwiegend terrestrisch, 4 % wachsen halbterrestrisch, auf humosem Substrat oder litophytisch).
Die folgenden Subtribes (hier in englisch, leider isr mir die deutsche Übersetzung für Tribe und Subtribe nicht geläufig) stellen den größten Teil der Subfamilie Epidendroideae in Costa Rica:
Pleurothallidinae 30
% der Arten mit u.a. den Gattungen Lepanthes (67 Arten),
Masdevallia (33 Arten), Pleurothallis (174 Arten) und
Stelis (62 Arten)
Laeliinae 20 % der
Arten mit u.a. den Gattungen Encyclia (30 Arten), Epidendrum
(149 Arten), Oerstedella (17 Arten), Scaphyglottis (37
Arten), Cattleya (4 Arten), Laelia
(1 Art) und Schomburgkia (2 Arten)
Oncidiinae 11 % der
Arten mit u.a. der Gattung Oncidium (44 Arten)
Maxillariinae 9 %
der Arten mit u.a. der Gattung Maxillaria (104 Arten)
Quelle: Brenesia, Revista de
Ciencias Naturales, Numero 37, Marzo 1992, Dora E. Mora-Retana,
Joaquín B. García, Museo Nacional de Costa Rica
Departamento de Historia Natural, ISSN 0304-3711
Bei Interesse zu einzelnen Arten werde
ich versuchen, entsprechende Anfragen zu beantworten, alle 1.416
Arten hier aufzuführen, würde den Rahmen des Artikels
sprengen.
Vergleichen wir nun den Bestand
einzelner Länder im Verhältnis zur Landesfläche: