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 Ein Bericht von Walter Schug
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Die Berge rund um El Emplame |
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Tiere & Pflanzen der Umgebung |
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Lebensweise der Orchideen |
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Heute möchte ich Sie in ein Gebiet mitnehmen, das mich persönlich besonders fasziniert, in die Berge rund um El Emplame. Dazu benutze ich von San José aus ein Stück einer sehr bekannten Straße, der Panamericana (in Costa Rica Interamericana genannt), die den gesamten amerikanischen Kontinent vom Norden Alaskas bis in den äußersten Süden Argentiniens, Feuerland, durchzieht.
Die Panamericana führt südwärts, Richtung Panama, in ein Gebirge, deren höchster Pass, der Cerro La Muerte, 3.495 Meter misst. Heute verlasse ich aber die Panamericana aber vorher In Richtung Westen. El Emplame liegt auf rund 2.200 Meter Höhe, also schon in alpinem Gebiet. Hier in Costa Rica ist aber die Baumgrenze mit dieser Höhe noch lange nicht erreicht, im Gegenteil, diese Berge sind intensiv bewaldet.
Man findet hier nicht die Palmen des Tieflandes, vorwiegen sind es Laubbäume wie z.B. Eichen oder Baumfarme. In geringerem Maße kommen auch Koniferen wie z.B. Zypressen vor. Das Klima ist rau, besonders im hiesigen Winter, einer Regenzeit von Mai bis November, gibt es morgens, abends und nachts regelmäßig sehr dichten Nebel verbunden mit feinem Nieselregen. Im Sommer weht häufig ein kräftiger Wind, in Begleitung sehr schöner, mehr oder weniger kalten Sonnentagen. Die Temperaturen können nachts bis auf 8 Grad fallen. Die Bäume sind mit Moosen, Flechten, Farnen, Bromelien und natürlich auch Orchideen dicht besetzt. Begleitpflanzen sind z.B. auch Philodendron.
Der Artenreichtum von Tieren und Pflanzen ist erstaunlich. Die größte Gruppe stellen die Insekten, von denen es in Costa Rica ca. 360.000 verschiedene Arten gibt. Dies ist für den Orchideenfreund, der sich oft abseits der ausgetretenen Pfade bewegt auch die unangenehmste Gruppe. Moskitos, hier Zancudos genannt, und Coloradillas, eine wohl den Zecken verwandte Art die sich in die Haut frisst und dort blutsaugt, fallen unangenehm auf. Bei ausgedehnten Wanderungen konnte ich bis zu 60 dieser Tiere „sammeln“, eine recht schmerzhaftes Erlebnis. An größeren Tieren kommen Eichhörnchen und Füchse vor, es soll auch Kojoten geben, ich selbst habe aber noch keine gesehen. Bei den Vögeln fallen die Kolibris und die Geier auf. Es gibt weiterhin Frösche und Eidechsen in vielen Varianten.
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 Bromelia spec.
 Philodendron spec.
 Tillandsia spec.
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Schmetterling |
Eidechse auf Finger |
Käfer auf Pachyphyllum spec.
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In den Dörfern der Täler wird Kaffee angebaut. Sie liegen auf 1.400 bis 1.500 Metern Höhe, also immerhin noch auf dem Niveau des Feldberges im Schwarzwald. Der costaricanische Hochlandkaffee aus der Werbung kommt ebenfalls aus dieser Region.
Nun aber zu den Pflanzen: Es gibt in diesen Bergen Orchideen aus wenigstens 46 Gattungen. Im Februar blühen die Pflanzen aus den Gattungen Osmoglossum, Oerstedella und Scaphyglottis.
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 Kaffeeplantage
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Scaphyglottis crurigera lebt ebenfalls epiphytisch, hier auch auf ca. 2.050 Meter aufgenommen. Die Pflanzen leben in Begleitung zu der vorher beschriebenen Art. Bildet ebenfalls Pflanzengruppen, die bis zu 30 cm lang werden können. Blüht hier im Januar bis März. Blüten 1 bis 5 pro Rispe, Rispe etwa 1 cm lang. Blüte 0,7 cm breit, 0,5 cm hoch. Gesamte Pflanze bis 15 cm lang, davon entfallen rund 5 cm auf die Blätter. Blüten halten sehr lange.
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Stenorrhynchos speciosum ist eine terrestrisch wachsende Orchideenart, die im Gebirge vorkommt (in diesem Fall zwischen 2.000 und 2.100 Metern). Blüht im Dezember bis Februar. Es kommt vor, dass die Pflanzen während der Blütezeit die Blätter abwerfen. Wird bis zu 25 cm groß, die Blüten messen zwischen 1,1 und 1,5 cm.
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| Osmoglossum convallarioides lebt epiphytisch auf Höhen von 1.400 bis 2.700 Meter Höhe (hier auf etwa 2.050 Meter Höhe aufgenommen). Bildet Pflanzengruppen, die recht groß werden können. Blüht hier im Januar bis Anfang März. Blüten 3 bis 7 pro Rispe, Rispe etwa 20 cm lang. Blüte 1 – 1,3 cm hoch, 0,5 – 0,7 cm breit. Blätter 25 – 40 cm lang, sehr schmal. Beobachtet von Mexiko bis Panama.
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Epidendrum radicans (wird teilweise in der Literatur als Synonym zu E. ibaguense geführt, ist aber umstritten). Kommt auf Höhen zwischen 1.300 und 2.100 Metern vor. Die Art ist hier recht weit verbreitet, sie wächst am Straßenrand oder auf lichten Wiesen. Blüht von Dezember bis Februar. Die Pflanze wächst kriechend über den Boden, die Wurzeln reichen nicht tief in das Erdreich. Länge bis zu 1 Meter. Größe der Blüten 1,5 – 1,8 cm. Blühten halten sehr lange.
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 Epidendrum (Blühtzeit Januar) |
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 Oerstella (Blühtzeit ab Januar)
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